Ihlaratal

Das Ihlaratal wird auch Peristrema-Tal genannt und ist circa fünfzehn Kilometer lang. Die Tiefe der Schlucht beträgt etwa 150 Meter. Die bekannte Schlucht liegt in der Region Kappadokien und gehört zur Provinz Aksaray. Das Dorf Ihlara liegt ungefähr fünfundvierzig Kilometer von Aksaray entfernt. Die Entstehung des Ihlaratals geht auf den Fluss Melendiz zurück. Denn mit der Zeit formte das Wasser, das durch die Schlucht floss und immer noch fließt dieses atemberaubende Naturspektakel und ist nun für die Formgebung dieses Gebiets zuständig. Man kann entlang des Flusses sehr schön wandern und die zahlreichen Kirchen, Klöster und Grabstätten besichtigen.
Das Ihlaratal wurde schon im siebten Jahrhundert von byzantinischen Mönchen besiedelt. Diese Mönche bauten in das Tuffgestein Wohnungen und Kirchen und so entstanden nach und nach etwa sechzig unterirdische Höhlen. In etlichen Kirchen können Kultur-Liebhaber sogar die Wandmalereien der Mönche bewundern. Zum Ihlaratal gibt es vier Wege. Die am meisten benutzte Strecke ist der Weg mit den circa 400 Treppenstufen, welche nach unten in die Schlucht führen.
Touristen, die das Ihlaratal besuchen kommen, interessieren sich vor allem für die vielen Kirchen und Klöster im Tuffgestein. Hier existieren nämlich an einem Ort mehrere famose unterirdische Höhlen mit sehenswerten Felskünsten:
Die Agacalti Kilise, zu deutsch „Kirche unter dem Baum„, hat die Form eines Kreuzes. In dieser Höhlenkirche sind an den Wänden Bilder von Engeln und andere Fresken zu sehen, die noch ziemlich gut erhalten sind.
In der Yilanli Kilise – Schlangenkirche – sieht man an der Steinwand eine Schlange mit drei Köpfen, die Sündern ihre Strafe verteilt. Daher ergibt sich auch der Name dieser unterirdischen Kirche. In dieser Kreuzkuppelkirche sind außerdem noch viele andere Fresken, wie zum Beispiel das letzte Abendmahl und die Kreuzigung Jesus Christus eingehauen.
Die Sümbüllü Kilise, übersetzt Hyazinthen-Kirche, bewundert durch die schlichte Außenfassade persischen Stils. Der Name wurde durch die üppigen Hyazinthen um die unterirdische Kirche hergeleitet. Im Innenbereich ist vor allem der T-förmige Raum im byzantinischen Stil auffallend. Auch in dieser Kirche findet man auf den Wänden zahlreiche Fresken, wie beispielsweise der Kaiser Konstantin zusammen mit seiner Ehefrau Helena. Im Altarraum befinden sich Wandmalereien von den Engeln Gabriel und Michael.
In der Kokar Kilise – die duftende Kirche – sind ebenfalls noch viele Fresken sehr gut erhalten und zeigen sowohl die Geburt Christi und die Kreuzigung. Außerdem findet man in der Kokar Kilise noch viele unterirdische Gräber.
Die Kirkdamalti Kilise – „die Kirche unter vierzig Dächern„ oder auch „St-Georgs-Kirche„ genannt – stammt aus dem 13.Jahrhundert. Das Datum konnte durch eine Inschrift in der Kirche bestätigt werden. Die Darstellungen auf den Innenwänden der Kirche zeigen den Heiligen Georg auf einem Schimmel.