Unterirdische Städte

Kappadokien unterirdische Städte

In Kappadokien existieren sehr viele unterirdische Städte. Bisher sind etwa vierzig Höhlen entdeckt worden. Allerdings ist nur ein minimaler Teil der unterirdischen Städte für Touristen zugänglich. Viele der Höhlen sind nämlich aufgrund der engen Schächte und Gänge zu gefährlich, um sie der Öffentlichkeit frei zu machen. Jedoch gehen Forscher davon aus, dass es in Kappadokien noch mehrere unterirdische Städte gibt, die noch nicht entdeckt wurden.
Die Größe der meisten Höhlen in Zentralanatolien ist auf jeden Fall bemerkenswert. Einige unterirdische Städte besitzen sogar acht bis zwölf Etagen. Manche gelangen sogar in hundert Meter Tiefe. Wissenschaftler gehen davon aus, dass in den größten unterirdischen Städten bis zu 60 000 Menschen gelebt haben müssten. Eine Einw
ohnerzahl zwischen 3 000 und 30 000 Menschen in bestimmten Städten gilt als Durchschnittswert. Unter den bekannten unterirdischen Städten in Kappadokien zählt Özkonak zu den Größten, auch wenn Özkonak noch nicht komplett erkundet wurde. Da die Höhlen Derinkuyu und Kaymakli weitestgehend für Touristen zugänglich gemacht wurden, gehören diese unterirdischen Städte zu den am meisten besuchten Höhlen Kappadokiens.
Das Tuffgestein in Anatolien hat es den Menschen damals möglich gemacht, die unterirdischen Höhlen bauen zu können. Die Felsenlandschaft entstand durch den in Kayseri liegenden Vulkan Erciyes. Die vor mehr als 10 000 Jahren stattgefundenen Eruptionen und Vulkanausbrüche sind für die Felsformationen in Kappadokien verantwortlich. Die aus dem Vulkan ausgeworfenen Produkte festigten sich und daraus bildete sich dann das Tuffgestein. Die besonderen Merkmale des Tuffs sind vor allem die von grau bis rot variierenden Farben des Gesteins. Da Tuffgestein ziemlich porös ist, war es früher für die Einwohner Kappadokiens einfacher, unterirdische Städte zu konstruieren.
Es gab einige Gründe, weshalb sich die einstigen Einwohner Anatoliens Höhlen ausgruben. Hauptsächlich wurden unterirdische Städte aufgrund der Verfolgung von Feinden gebaut. Um sich vor den Gegnern schützen zu können, galten unterirdische Städte als eine gelungene Tarnung. Sträucher oder gewaltige Steinbrocken verdeckten die Höhlen, sodass Angreifer die Höhlen nur sehr schwer finden konnten. Wenn allerdings ein Gegner ein Eingang zu eins dieser unterirdischen Höhlen ausfindig machen konnte, so konnte sich dieser jedoch im Innenbereich der Höhle nicht orientieren. Das komplexe System der Schächte war nur für die Einwohner der Städte übersichtlich. Feinde hatten keine Chance sich darin zurechtzufinden. Außerdem sind die Gänge miteinander verbunden gewesen. Hinter vielen Gängen verbargen sich gewaltige Verschlusssteine, die nur von innen bewegt werden konnten. Von außen war es unmöglich, die meterhohen Gesteinsbrocken zu bewegen.
An den Decken der meisten unterirdischen Städte sieht man Löcher. Diese dienten dazu, Feinde vom Innenbereich der Höhlen anzugreifen. Die Menschen, die in diesen Städten lebten, hatten alles Mögliche zum Angreifen und Überleben parat. Speere, andere Waffen, Gefäße und Lebensmittel gab es reichlich.
Da die Temperatur von etwa zehn Grad Celsius optimale Bedingungen für Lagerungen von Lebensmitteln darstellte, wurde das erste Stockwerk als Vorratsraum benutzt. In den Felswänden wurden Fächer für die Lagerung von Behältern eingebaut. In den nächsten Stockwerken befanden sich die Wohn- und Speiseräume. Hier wurden ebenfalls in das Stein Tische und Sitzgelegenheiten eingearbeitet. Ganz unten in den unterirdischen Städten findet man Kirchen, Klöster und Grabstätten. Diese waren jedoch schlicht errichtet worden. Wandmalereien sind nur bei den wenigen der unterirdischen Kirchen zu sehen. Typisch bei dem Großteil der Kirchen war allerdings der kreuzförmige Grundriss. Fast jede Kirche besitzt eins bis zwei Apsiden.

 

Unterirdische Städte

Derinkuyu Kaymakli Ozkonak

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